Stand der Verhandlungen und vorläufiges Konzept für das Berger Kino

Veröffentlicht am 04. April 2024 von Berger Kino 3 min

Am Mittwoch, dem 03.04.2024 sind die Besetzer*innen des Berger Kinos in die zweite Runde der Verhandlungen mit dem Miteigentümer Adolf Steib gegangen. Die Besetzer*innen haben ihm dabei ein vorläufiges Konzept vorgestellt, das hiermit auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Alle sollen sich ein uneingeschränktes Bild des Vorhabens machen können.

Das vorläufige Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit Personen und Institutionen aus der Film- und Kinobranche erarbeitet, um eine Vielzahl an Perspektiven und Expertise mit einzuarbeiten. Die Besetzer*innen freuen sich, dass die Gebrüder Steib ihr Angebot überdenken werden, auch wenn die Besetzer*innen sich eine klarere Zusage gewünscht hätten. Wohlwollend hoffen sie darauf, dass es bald zu einer langfristigen Einigung kommen wird, damit die Legalisierung der Besetzung Gestalt annehmen kann. Die Besetzer*innen verstehen die Bedenken der Gebrüder Steib bezüglich der Finanzierung und einer langfristigen Perspektive und arbeiten aktiv daran diesbezüglich Sicherheiten zu schaffen. Dafür benötigen die Besetzer*innen und Unterstützer*innen jedoch auch eine gewisse Zusicherung durch die Eigentümer, damit die Besetzer*innen ihr Vorhaben in die Tat umsetzen können. Sie wissen, dass das Konzept ein Experiment ist und hoffen, die Eigentümer von diesem überzeugen zu können, damit das Berger Kino als kultureller Ort mit langfristiger Perspektive und partizipativer Ausrichtung entstehen kann. Das Ergebnis dieser Verhandlungsrunde war, dass die Besetzer*innen zunächst weiterhin als Betreiber*innen des Berger Kinos geduldet sind und in den nächsten Verhandlungen weitere Schritte beschließen.

Das besetzte Berger Kino ist ein selbstverwalteter Ort des Mitmachens. Das heißt, die Besetzer*innen sind auf die Unterstützung aus dem Stadtteil und der Zivilgesellschaft angewiesen. Hiermit laden sie alle, die sich ihren Ideen und Träumen verbunden fühlen, herzlich dazu ein, sich zu beteiligen und mit den Besetzer*innen den Traum eines unabhängigen Kulturraums wahr werden zu lassen. Nur gemeinsam mit anderen können die Besetzer*innen erreichen, dass Stadt und Politik ihre Forderungen ernst nehmen und einsehen, dass Kultur stärker gefördert werden muss. Darum fordern die Besetzer*innen alle dazu auf, die Petition im Kino oder Online zu unterschreiben, zu spenden und Fördermitgliedschaften zu übernehmen, sobald die Besetzung legalisiert ist.

Institutionen aus der Film und Kulturbranche, die die Besetzung unterstützen wollen, werden gebeten, den Aufruf und das Konzept zu verbreiten und zu unterzeichnen, damit ein starkes Signal gesendet wird, dass Kultur fernab von Kommerz möglich und notwendig ist. Institutionen, die ihre Unterstützung für das Konzept öffentlich machen wollen, können den Besetzer*innen einfach eine Mail an bergerkino@systemli.org schreiben.

Das Konzept wird auch ab 11 Uhr online auf der neuen Website berger-kino.org abrufbar sein. Dort kann auch das aktuelle Kinoprogramm abgerufen werden.